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Meine zweite Heimat

Die erste grosse Reise ausserhalb Europas führt mich 1988 über mehrere Monate von Indien, durch Südostasien bis nach Australien. Zum ersten Mal erlebe ich Bali hautnah. Knapp zwei Wochen verbringe ich auf der Insel der Götter bevor ich weiter ziehe.

Seither hat sich einiges getan. Vom Geheimtipp unter Weltenbummler zur weltbekannten Feriendestination. Mit all den positiven und negativen Nebenerscheinungen.

Persönlich hat mich diese Insel nie mehr richtig losgelassen. Auf meinen vielen Besuchen bin ich in Gegenden vorgestossen, welche noch heute kaum bekannt sind. Zwischen 1996 und 2006 habe ich sogar in Kedonganan, einem Dorf in der Bucht von Jimbaran, gelebt.

Ich habe mit ansehen müssen, wie sehr der Süden verbaut worden ist. Wo früher noch Reisfelder zwischen den einzelnen Dörfer bewirtschaftet worden sind, stehen heute Hotels, Fresstempel, Discos oder Supermärkte.

Für den ständig zunehmenden Verkehr ist bis heute keine Lösung in Sicht. Der Kollaps wird schon seit Jahren heraufbeschworen und ist erstaunlicherweise bisher ausgeblieben.

Was mich persönlich am meisten fasziniert, die Balinesen lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie feiern ihre religiösen Feste wie und wo sie gerade anfallen. Dann geht manchmal stundenlang, an Nyepi sogar 24-Stunden, nichts mehr.