Regen und Chaos total

Der Flug von Zürich über Singapur nach Denpasar verläuft ruhig, nichts Besonderes. Ausser dass die Strecke von der Schweiz nach Singapur mit einem neu bestückten Airbus der Singapur Airlines durchgeführt wird. Ist zwar etwas enger als zuvor, trotzdem bequem genug um ab und zu etwas schlafen zu können.

Am Ngurah Rai International Airport werde ich von meinem Schwager Abi und dessen Sohn, dem Justin bereits erwartet. Schön so abgeholt zu werden.

Es regnet tatsächlich. Der Pilot hat schon damit gedroht. Ich habe es jedoch kaum glauben können. Denn im August sollte auf Bali eigentlich immer noch Trockenzeit herrschen. Der Klimawandel scheint auch hier seine Spuren zu hinterlassen.

Wir fahren erst mal zum Haus meines Schwagers in Denpasar. Dort deponiere ich all meine mitgeführte Ware für meine Verwandten. Danach bleiben nur noch ein paar handliche Kilo Restgepäck. Ich wollte mir eigentlich gleich das Motorrad von Abi schnappen und mich auf den Weg ins bereits reservierte Hotel Secret Garden machen, aber es pisst immer noch in Strömen.

So nehme ich die Offerte meines Schwagers gerne an, mich mit dem Auto nach Kuta zu fahren. Aber was für ein Chaos auf den Strassen! Ja klar! Erst jetzt wird mir bewusst, was heute für ein Tag ist. Es ist der 17. August "Hari Raya Merdeka", Nationaler Unabhängikeitstag.

Überall sind Strassen wegen diversen Paraden gesperrt. Selbst die Schleichwege sind verstopft! Was bei einigermassen normalen Verkehrsverhältnissen mit dem Auto in knapp einer Stunde zu bewältigen ist, dauert heute geschlagene drei(!) Stunden, Wahnsinn!

Meinen Plan den Sonnenuntergang an der Kuta Beach zu geniessen, kann ich mir abschninken. Denn wir erreichen das Hotel reichlich nach dem Eindunkeln. Das Secret Garden Inn liegt in der ruhigen Poppies I, mitten in Kuta. Unweit der berühmt berüchtigten Partymeile. Kann ich sehr empfehlen.

Einchecken, duschen und Abendessen. Für den grossen Sprung ins pulsierende Nachtleben bin ich zu müde. Ich esse im Club Havana. Das Essen ist hervorragend. Die Preise moderat. Dazu spielt eine Live-Band Samba. Zu den heissen Rhytmen wird in stilechten Roben gekonnt das Tanzbein geschwungen. Super! Eine Augenweide!

Frisör - Strandleben - Erdbeben

Obschon rings ums Hotel Ramba-Zamba bis in die frühen Morgenstunden herrscht, ist es erstaunlich Ruhig. Ich schlafe wie ein Murmeltier. Heute müssen die Haare gekürzt werden. Salons gibt es zuhauf. Jedoch einen typischen "Potong Rambut", also einen Frisör, wo sich die Einheimischen die Haare schneiden lassen, habe ich keinen ausmachen können. So frage ich Ketut von der Reception.

Beim Kuta Markt, sind deren zwei Frisöre, meint er. Nichts wie hin! Nach etwa zehn Minuten erreiche ich zu Fuss den Markt. Finde jedoch nichts dergleichen. Also frage ich eine Marktfrau. Sie beschreibt mir den Weg ganz genau. So finde ich nach ein paar "Belocks" (Abzweigungen) schliesslich den ersehnten "Warung Potong Rambut".

Es ist erst kurz nach neun, trotzdem herrscht bereits reges Treiben. Ich muss nicht lange warten bis ich an der Reihe bin. Nach einer kurzweiligen Stunde ist das Werk vollendet. Selbst die Einheimischen finden ich sehe richtig toll aus!

Zurück im Hotel bestelle ich mir einen Grab Motorradfahrer. Dieser neue Taxidienst funktioniert hervorragend. Neben Grab gibt es noch den etwas grösseren GoJek mit den mehr oder weniger identischen Konditionen. Ich will meine Freunde an der Jimbaran Beach besuchen. Als wir in Kuta losfahren, scheint noch die Sonne. Jedoch gen Süden, also Richtung Jimbaran, kündet eine riesige tiefgraue, schwer hängende Wolke nichts gutes an.

Da ich zehn Jahre in der Gegend gewohnt habe, kenne ich mich hier bestens aus. Ich deute dem Fahrer er solle mich gleich gegenüber dem Babi Guling Rebo in Kedonganan absetzen. Kaum vom Rad, öffnet der Himmel seine Schleusen. Es giesst wie aus Kübeln. Als der Regen etwas nachlässt, gehe ich weiter. Beim Mutiara Minimarkt kann ich mich noch rechtzeitig vor dem nächsten Schwall unterstellen.

Mit voller Wucht trifft es das Wellblechdach. Im unregelmässigem Rhytmus lässt der Regen etwas nach, bevor er wieder los legt. Allmählich lässt der Niederschlag nach. Ich traue der Sache jedoch noch nicht ganz und warte bis es etwas aufklart, bevor ich mich auf den Weg runter zum Strand von Kedonganan mache.

Entlang der Strandstrasse staune ich nicht schlecht über die vielen neuen Baustellen. Schliesslich erreiche ich den Warung von Bibi, meiner guten alten Freundin. Die Freude über das Wiedersehen ist gross! Wir tratschen über dies und das. Es gesellen sich weitere bekannte Gesichter an den Tisch. Es ist kurzweilig. Trotzdem verabschiede ich mich, denn ich will noch weiter zu Pak Donki.

Wie immer bringe ich Schweizer Schokolade und italienischen Reis mit. Ja genau, Risotto Reis! Das ist ein unübliches Mitbringsel in ein Land, wo doch das Grundnahrungsmittel Reis ist. Aber die Freude darüber ist, ausser bei den Kindern, grösser als über die Süssigkeiten.

Noch vor Sonnenuntergang bin ich zurück im Hotel. Ich mache meinen täglichen Spaziergang entlang der Kuta Beach. Der Rückweg führt mich durch die Jalan Legian. Wie immer Besuche ich den Jon und die Succi im Swiss Restaurant. Nach ein paar Bierchen gehe ich weiter. Im Restaurant Mani spielt eine Reggae-Band. Es ist gemütlich, die Musik ist gut. Das Essen schmeckt lecker.

Bevor sich der Kreis auf meinem Rückweg schliesst, komme ich am Carouso einfach nicht vorbei. Diese Bar kenne ich noch aus früheren Zeiten, jedoch unter anderen Namen. Das Konzept ist immer noch dasselbe. Leichte Mädchen und Live-Musik bis in die Morgenstunden.

Gegen Mittag erwache ich mit einem schweren Schädel. Die Dusche und der nachfolgende Kaffee bringen keine merkliche Erfrischung. Plötzlich beginnt sich das ganze Haus zu bewegen. Wie von Geisterhand, immer mehr und trotzdem beinahe sachte. Erdbeben! Sofort bin ich hellwach! Ich stelle mich in den Türrahmen.

Scheint vorbei zu sein. Ich lege mich wieder hin und schlafe fast den ganzen Nachmittag. Liegt nicht nur am Jetlag. Nach der obligaten Strandpromenade, gehe ich direkt zurück ins Hotel. Auf dem Weg Esse ich eine Kleinigkeit.

Kurz nach zehn Uhr nachts erwache ich. Nun aber los. Ich mache mich für den Sprung ins Nachtleben flott. Da, wieder! Erdbeben! Es ist deutlich heftiger als das vom Mittag. Alles schwankt so sehr, dass selbst das Wasser im Swimming-Pool überschwappt! Es sind ja nicht meine ersten Beben. Gewöhnen daran werde ich mich wohl nie. Immer wieder bleibt ein mulmiges Gefühl.

Jedenfalls ist mir die Lust am Ausgang vergangen. Ich lege mich schlafen.

Flores Rundreise

Zur Akklimatisierung sind ein paar Tage auf Bali ganz gut. Jedoch ist mein eigentliches Ziel der diesjährigen Reise die Insel Flores.

Das Abenteuer beginnt mit dem Flug von Denpasar nach Labuanbajo am 22. August 2018.

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