Wie die Herberge geheissen hat, weiss ich nicht mehr. Habe mir leider in meinem Reisetagebuch den Namen nicht notiert. Es ist sauber und günstig gewesen. Und beinahe wie ein Appartement. Unten der Aufenthaltsraum und im Obergeschoss zwei Schlafzimmer.

Es lässt sich im Nachhinein nicht mehr eruieren, wo der Losmen genau gestanden hat. Bei meiner zweiten Reise nach Bali, rund zwei Jahre später, habe ich diese Absteige jedenfalls nicht mehr gefunden. Die zwei Dörfer Legian und Kuta sind schon beinahe zusammengewachsen. Das Gesicht Kutas hat sich bereits markant verändert.

Das Guesthouse muss in einer Seitenstrasse der Jalan Legian gelegen sein. Wahrscheinlich in der Jalan Arjuna, besser bekannt als Double-Six Street oder der Jalan Werkudura. Unweit davon hat der legendäre Jon Zürcher gebratenen Fisch in seinem Swiss Restaurant angeboten.

Jedenfalls weiss ich noch, dass die meisten Zimmer durch junge indonesischen Frauen belegt sind. Am Tag sind sie am Schlafen und gegen Abend werden sie langsam wach; Kupu Kupu Malam (Nachtfalter) eben. Auch ich passe mich mehr und mehr diesem Lebensrhytmus an.

Am Strand von Kuta sind ein paar wenige weisse, welche sich in der prallen Sonne einen Sonnenbrand holen. Noch keine Strasse trennt den Strand vom Hinterland. Eine Busladung Männer von der benachbarten Insel Java erhoffen sich einen lüsternen Blick auf eine der barbusigen Sonnenanbeterinnen. Aber viel gibt es nicht zu sehen. Es sind kaum Menschen am Strand.

Dafür ist Kuta für die Australier, was der Ballermann auf Mallorca für die Deutschen ist, die ramba-zamba Partymeile. Und die halten es ähnlich wie die Kupu Kupu Malam. Am Tag schlafen um dann wieder fit für das ausufernde Nachtleben zu sein.

Die weltweit tätige Hardrock Cafe Kette gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Trotzdem geht im Hardrock Cafe an der Jalan Legian in Kuta jeden Abend die Post ab. Das Bier fliesst in Strömen. Die Stimmung ist aufgeheizt. Einige Girls reissen sich die Shirts vom Leib und zeigen ihre schönsten Formen. Das kommt natürlich alles zu seinem Preis. Obschon im Eintritt von 5'000 Rupiahs (1989 über sechs Schweizer Franken) noch zwei Bier enthalten sind, sprengt das mein Reisebudget. Daher kann ich dieses frivole, erotische Treiben nur an einem Abend geniessen.

Draussen spielen in ein paar Kneipen Live-Bands. Auf dem Weg ins Hotel drängt immer wieder groovige Musik an mein Ohr. Ich bleibe mehrere Male hängen und erwache am nächsten Tag mit einem heissen Girl und einem schweren Schädel.